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Haben Fachmessen eine Zukunft?

Ideenpapier von Andreas Weber, CEO INKISH D-A-CH, im Vorfeld der INKISH Whats-Next-Infotage

Vorbemerkung: Die Erkenntnisse und Fakten aus der Serie von 10 Artikeln von Morten B. Reitoft und Andreas Weber zur drupa 2021 schaffen wichtige Voraussetzungen für das nachfolgende Ideenpapier. Besonders empfohlen: Epilog — Geraten wir alle in Misskredit?  

Keine Frage: Die COVID-19-Pandemie hat von Heute auf Morgen unser aller Leben radikal verändert. Auf brutale und disruptive Art und Weise. Im Guten wie im Schlechten. Schlecht ist, dass viele Branchen (u. a. Gastronomie, Hotellerie, Reisen) und gerade auch Selbstständige oder Gering-Verdiener quasi vor dem Nichts stehen. Auch die Druckbranche verzeichnet in Teilen massive Umsatzrückgänge. — Doch was ist dabei das Gute? Nun, wie einige Experten und Top-Entscheider argumentieren, hat die Pandemie Schwachstellen schonungslos aufgezeigt: Was bisher schon nicht gut lief, geht nun definitiv zu Ende. Sich Durchlavieren geht nicht mehr. Zudem werden Veränderungen vor allem bei der digitalen Transformation teils Katapult-artig beschleunigt. 

Besonders hart hat es den Messe- und Event-Bereich getroffen. Aus deutscher Sicht — Deutschland ist Stammland und „Marktführer“ bei Fachmessen, vor allem im B2B — rächt sich, dass man ein aus dem Mittelalter stammendes und im Industriezeitalter perfektioniertes Marktplatz-, Messe- und Expo-Gehabe nicht ans Digitalzeitalter angepasst hat.

Das 404-Momentum 

Folge: Messe- und Event-Angebote Angebote laufen ins Leere. „Aussteller und Besucher nicht (mehr) gefunden!“. Das hat weltweit alle Veranstalter durch Restriktionen bei Reisen und Kontakten hart getroffen. Der Ratlosigkeit folgten hektische Aktivitäten. Videochats durch ZOOM & Co. erfuhren einen Boom.  

Interessanterweise haben Organisationen und Firmen dies am schnellsten in den Griff bekommen, die ohnehin schon eng mit ihren „Stakeholders“ vernetzt waren. Allen voran die sog. Plattform-Ökonomie, angeführt von der GAFAM. (Google/Alphabet, Apple, Facebook, Amazon und Microsoft), aber auch Alibaba, Baidu, Booking Holdings, Dropbox, Etsy, Naspers, Netflix, PayPal, Tencent, Twilio und Weibo. (Siehe Platform-Index). Der Wertzuwachs dieser Firmen seit Anfang 2020 ist enorm und lag teilweise sogar im dreistelligen Prozentbereich. Und SAP ist mit der Einrichtung von Broadcast-Studios voran geprescht und hat einen eigenen TV-Kanal gestartet (siehe Titelbild mit Screenshot von einer SAP Live Session via LinkedIn).

Doch was hat das mit Messen und Events zu tun? Eine ganze Menge! Denn Plattformen sind vor allem auch Marktplätze. Und Marktplätze sind Gespräche. Hier finden auf digitalem Weg Angebot und Nachfrage zusammen. Sozusagen per Mausklick oder Fingertipp. Ohne Vermittler oder Agenten wird unmittelbar mit Kunden/Interessenten kommuniziert. Gleichzeitig werden Massen an Daten erzeugt, die Kaufverhalten, Bedürfnisse, Kundenzufriedenheit, Produkterfahrungen und vieles mehr in Echtzeit erfassen, bewerten und alles und jedes zu optimieren helfen.

Print als Marktplatz? 

Die Printbranche ist längst digital reformiert – was die Prozesse und Produktionsmittel angeht. Marktplatz-Szenarien stecken aber noch in den Anfängen. Es herrschen quasi altbackene Methoden vor, mit User Groups, Microsites, Kundenportalen und anderem mehr. Alles schön in sich geschlossen und vom Hersteller/Anbieter kontrolliert. 

So, wie die Innovations-Geschwindigkeit bei Print & Papier zunimmt, so lahmt die Erneuerung des Go-to-Markets. Modernste Inkjet-Digitaldruck-Systeme werden genauso zu Markte gebracht wie seinerzeit die Schnelldruck-Zylinder aus der Buchdruckzeit: Man konstruiert die Neuheit, schafft Prototypen, lädt Interessenten zu Maschinenvorführungen ein, verteilt Druckmuster und hofft, dass dann begeistert gekauft wird. Doch das läuft nicht mehr so! Und schon gar nicht während einer Pandemie.

Kontrollverlust als Heilmittel? 

Die zuvor genannten, überaus erfolgreichen Plattformen beweisen eindrucksvoll wie es geht: Es zählt Offenheit und vor allem Vielfalt auf Basis ausgereifter Systemwelten. 

Nicht Kunden einzulullen oder abzuschirmen, bringt Erfolg, sondern der Nutzen, das Erlebnis des Kunden ebenso wie seine Nöte und Bedürfnisse in den Fokus zu rücken.

Wir brauchen daher aus meiner Sicht bei Print keine monothematischen Fachmessen mehr. Die haben sich wie Print, IPEX, jetzt auch drupa zeigen, von selbst erledigt und sind aus dem Rennen. Das ist kein Printbranchen-Phänomen. Der Internet World, der CeBIT, der Photokina ist es genauso ergangen. #SchichtimSchacht 

Was brauchen wir für den Neuanfang? 

Angesichts der ungebrochen hohe Innovationsleistung seitens der Hersteller steigt der Informations-Bedarf und -Transfer exponential —  sowohl bei den Herstellern selbst als auch bei möglichen Kunden für Neuheiten. Mit klassischem Push-Marketing kann man nicht mehr gewinnen.  

So wie sich Print-Dienstleistungs-Betriebe auf Mass Customization und Omnichannel-Szenerien als Teil ihres Portfolios einstellen müssen, genauso müssen interaktive Wege gefunden werden, um den Nutzen durch Technik-Innovationen nicht nur peer-to-peer, sondern Plattform- und Netzwerk-orientiert ins Gespräch zu bringen. 


Weitere Infos via LinkedIn


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