Loading

Positionierung stärken

Koenig & Bauer baut sein Effizienz-Programm Performance 2024 weiter aus 

„Zur Stärkung der Positionierung als führender Anbieter von Verpackungs-, Industrie-, Wertpapierdruck und Weiterverarbeitung sowie zur Steigerung der operativen Ertragskraft der Koenig & Bauer-Gruppe wurde vom Vorstand des Unternehmens über die letzten Monate das Effizienz-Programm „Performance 2024“ weiterentwickelt und ausgeweitet.“ 

Dies verlautbarte Koenig & Bauer AG per 28. September 2020. Der Fokus liege weiterhin auf dem Wachstumsmarkt Verpackung, flankiert von einem klaren Bekenntnis zur Fortführung der bisherigen Portfolio-Strategie. Und sehr wichtig: Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen bleiben unangetastet. 

Insgesamt erhofft sich der Konzern jährliche Kosteneinsparungs-Effekte von rund 100 Mio. Euro. Und führt fort: „Die hierfür erforderlichen Einmalkosten im mittleren zweistelligen Millionenbereich werden im Geschäftsjahr 2020 aufwandswirksam als Rückstellung in das Konzernergebnis eingehen.“ 

Weiterhin wird verlautbart, dass die von Koenig & Bauer maßgeblich adressierten Endmärkte, wie der strukturell wachsende Verpackungs- und Industriedruck, fundamental intakt seien. „Dies zeigt sich deutlich in der aktuell guten Auslastung der Verpackungsdrucker für Nahrungsmittel, Getränke, Pharmazeutika und dem boomenden Onlinehandel. Dennoch verschieben Kunden Neuinvestitionen in Anbetracht zahlreicher Unsicherheiten infolge der Covid-19 Pandemie.“ 

Das deckt sich mit dem, was INKISH.TV in den jüngsten Interviews mit Vorstandsmitglied Ralf Sammeck in englisch  (sowie auch als Fassung in Deutsch) für den Sheetfed-Bereich erfahren konnte. Sammeck ist Chef Digital Officer des Konzerns und verantwortet die Bogenoffset-Sparte in Radebeul. 

Die Koenig & Bauer-Gruppe soll durch die Maßnahmen mittelfristig einen Jahresumsatz von in Summe rund 1,3 Mrd. Euro erreichen. Dies entspricht gegenüber den beiden Vorjahren einer leichten Steigerung um rund 70 Mio. Euro, aber durch die Pandemie-Auswirkungen deutlich weniger als zu Jahresbeginn 2020 mit der Zielmarke von 1,5 Mrd. Euro verlautbart wurde. 

Auf der Ertragsseite wird nach Umsetzung der verabschiedeten Kosten- und Strukturanpassungen mittelfristig weiterhin eine Umsatzrendite von mindestens 7 % sowie eine Absenkung des Working Capital Bedarfs auf ein durchschnittliches Niveau von 25 % des jährlichen Umsatzes angestrebt. 

Die aktuelle Planung sieht auch Anpassungen innerhalb der Belegschaft vor; soll sollen in den nächsten Monaten gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretungen und Sozialpartnern ein erforderlicher sozialverträglicher Abbau von 700 bis 900 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig vorgenommen werden. Mit dem Ziel, „durch innovative Wege eine mittelfristige Rückkehr zum geplanten Konzernwachstum zu erreichen.“ 

Meine Meinung

Koenig & Bauer bleibt sich treu. Besonnen und zuversichtlich setzt man den eingeschlagenen Kurs fort und muß wie viele andere, global agierende Unternehmen zusätzliche und mitunter einschneidende Maßnahmen vollziehen, um den Auswirkungen der Corona-Pandemie entgegenzusteuern.  Keinesfalls ist aber m. E. das Unternehmen in der Substanz gefährdet, da Strategie und Portfolio stimmig sind und weiterhin den Kunden einen hohen Nutzen stiftet. Und das auf Basis einer soliden Finanzsituation. 

Link zu weiteren Infos von Koenig & Bauer


Foto oben: Koenig & Bauer AG. Im Bild (v.l.n.r.): Michael Ulverich, COO, Claus Bolza-Schünemann, CEO, Dr. Andreas Pleßke, Segmentvorstand.

Kommentare zu diesem Artikel hinzufügen/ansehen →


Kommentare
user