Der Verdigris-Blog von Laurel Brunner
Die Kombination aus regulatorischem Druck und Kunden, die eine überzeugende Umweltgeschichte erzählen wollen, treibt die Nachhaltigkeit in der Druckindustrie voran. Der regulatorische Druck hat zuletzt zugenommen. Im Rahmen der Verordnung der Europäischen Union (EU) zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) werden immer mehr per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) verboten. Diese Verbindungen werden weithin eingesetzt, nicht nur im Druck, sondern fast überall. Das Problem ist, dass sie, obwohl sie sehr nützlich sind, der menschlichen Gesundheit und der Umwelt schaden und sich nur extrem langsam abbauen.
Nach Angaben der EU haben fast 99% der Europäer PFAS in ihrem Blut, und PFAS wurden sogar in ungeborenen Babys gefunden. Die neuen Beschränkungen der EU werden sich auch auf die weltweite Druckindustrie auswirken, weil diese „ewigen Chemikalien“ in großem Umfang für Tinten, Toner und Beschichtungen verwendet werden.
Es gibt viele Tausend verschiedene PFAS, die seit den 1930er Jahren entwickelt wurden, als Polytetrafluorethylen oder PTFE erstmals entdeckt wurde. PTFE war wahrscheinlich das gleitfähigste Material auf dem Planeten und gelangte in den 1940er Jahren unter dem Namen Teflon auf den Markt. Es wurde unter anderem zum Beschichten von Bratpfannen und anderem Kochgeschirr verwendet. Wunderbar antihaftend verhinderte Teflon, dass Omeletts und Spiegeleier mit der Bratpfanne verschmolzen, und war für Hobbyköche eine Offenbarung. Leider konnte Teflon jedoch auch giftige Dämpfe freisetzen und in Lebensmittel abblättern, wodurch Köche und Gäste potenziell vergiftet wurden. Also nicht so gut, aber dank innovativer Chemiker haben sich die Dinge geändert, und Teflon wird heute mit sicheren Inhaltsstoffen formuliert.
Aber PFAS sind nach wie vor die Grundlage für andere Oberflächenbeschichtungen. Sie werden eingesetzt, um Flecken-, Öl-, Hitze- und Wasserbeständigkeit zu verleihen. Im Grafikgeschäft können sie die Tonerleistung, die Reibungsbeständigkeit und die Wasserabweisung verbessern, weshalb sie für Verpackungsdrucker besonders attraktiv sind. Sie können aber auch den Tonertransfer und die Verschleißfestigkeit unterstützen, sodass sie auch für viele andere Druckanwendungen, einschließlich des Textildrucks, nützlich sind. PFAS sind jedoch persistente Schadstoffe, die sich im Boden, in Fischen und Tieren und natürlich im Menschen anreichern, daher die schrittweisen Beschränkungen der EU.
Nachdem die schlimmsten PFAS bereits verboten wurden, verbietet die EU die PFHxA-Untergruppe der PFAS für die Verwendung in bestimmten Produktgruppen, einschließlich Textilien und Lebensmittelverpackungen. Das Verbot wird Hersteller von Druckfarben und Tonern sowie von Beschichtungen betreffen.
Unsere Branche kann im Hinblick auf Innovation auf eine gute Erfolgsbilanz verweisen. Als Indigo 1993 auf der IPEX seine digitale Farbdruckmaschine erstmals vorstellte, ließ sich die Tinte ganz einfach mit einem Radiergummi entfernen. Indigo-Gründer Benny Landa konnte mit der Frage nach den Zukunftsaussichten von ElectroInk nicht allzu viel anfangen. Doch welche Chemikalien auch immer im Spiel waren, das Haftungsproblem war bald behoben. Das war Innovation in Aktion, und Innovation hört, wie der Wandel, nie auf. Der schrittweise Ausstieg aus PFAS wird zwangsläufig Chancen für Hersteller von Tinte und Toner schaffen. Auch bei der Materialwissenschaft sind Fortschritte zu erwarten, sodass die Wechselwirkungen zwischen Farbmittel und Substrat weiterhin wie gewünscht funktionieren werden. Beschränkungen beim Einsatz von PFAS in Tinten und Tonern werden zu einer noch nachhaltigeren Druckindustrie führen.
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Dieser Artikel wurde von derVerdigris-Projekt,eine Brancheninitiative, die darauf abzielt, das Bewusstsein für den positiven Umwelteinfluss des Drucks zu schärfen. Dieser wöchentliche Kommentar hilft Druckereien, über Umweltstandards auf dem Laufenden zu bleiben, und zeigt, wie umweltfreundliches Unternehmensmanagement dazu beitragen kann, ihre Ergebnisse zu verbessern. Verdigris wird von den folgenden Unternehmen unterstützt:Agfa Graphics, EFI,Fespa,Fujifilm, HP,Kodak, Miraclon, Ricoh,Unity Publishing undXeikon.
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