Zusammenfassung der INKISH-Erkenntnisse zu Smart Factory
Das Inkish-Kompetenz-Team zur Smart Factory hat mit der gleichnamigen ‚Learn-with-us‘-Webinar-Reihe Mitte September 2020 nicht nur Maßstäbe gesetzt, sondern der Druckindustrie und den Druckereien das wichtigste Zukunftsthema im Kontext mit Industrie-4.0 für die Produktion von Drucksachen aller Art erschlossen.
Jacques Michiels, CEO INKISH Benelux, der das international ausgerichtete Webinar gemeinsam mit Yves d'Aviau de Ternay, CEO INKISH France, und Morten B. Reitoft, INKISH HQ, konzipierte und durchführte, stand uns speziell für INKISH D-A-CH in einem Interview auf deutsch Rede und Antwort.
Ziel des Gesprächs: Die Ergebnisse konkretisieren und vor allem auch für Print-Fachleute und Druckerei-Unternehmer anschaulich zu machen, die sich bis dato noch nicht intensiv mit der Industrie 4.0- resp. Smart-Factory-Thematik beschäftigen konnten.
Smart Factory: Was heisst das genau?
Smart Factory — zu deutsch: Smarte, intelligente Fabrik — betrifft die Fertigungstechnik auf Basis von Industrie 4.0-Standards wie sie in Deutschland vor rund 10 Jahren programmatisch definiert wurden. Damit wird die Vision einer Produktionsumgebung bezeichnet, in der sich Fertigungsanlagen und Logistik-Systeme ohne menschliche Eingriffe weitgehend selbst organisieren, um die gewünschten Produkte herzustellen.
Eine gemäß Wikipedia gebräuchliche Definition lautet so: „Die Vernetzung von eingebetteten Produktionssystemen und dynamischen Geschäfts- und Engineering-Prozessen ermöglicht eine rentable Herstellung von Produkten auch bei individuellen Kundenwünschen bis hin zur Losgröße 1.
Technische Grundlage sind cyber-physische Systeme, womit sowohl physische Fertigungsobjekte, als auch ihr virtuelles Abbild in einem zentralisierten System gemeint ist. Im breiteren Kontext wird häufig das Internet der Dinge erwähnt. Teil dieses Zukunftsszenarios ist weiterhin die Kommunikation zwischen Produkt (z. B. Werkstück) und Fertigungsanlage.“
Für die Druckbranche heisst dies gemäß Jacques Michiels, dass der Fokus von der bis dato üblichen Optimierung und Digitalisierung interner Wertschöpfungs- und Fertigungs-Prozesse über die geschlossene Produktionsumgebung hinaus in offene, vernetzte Industrie 4.0-Lösungsszenarien im Sinne des Print 4.0 überführt wird.
Folgende Aspekte sind relevant:
1. Druckereien richten sich mit durchgehend gestalteter Konnektivität neu aus und verbessern ihre Flexibilität, das Time-to-Market und das Go-to-Market, um veränderte Kundenbedürfnisse wesentlich besser und zeitgemäßer erfüllen zu können.
2. Alle Arten von Druckereien (Klein-, Mittel- wie auch Großbetriebe) können ihre spezifische Smart-Factory-Lösung schaffen.
3. Ausgangspunkt und Grundlage ist jeweils die Einführung und optimale Nutzung von MIS-/ERP-Systemen.
4. Es gibt kein Smart-Factory-Konzept für alle, sondern eine unbegrenzte Vielzahl an individuell zu gestaltenden Möglichkeiten gemäß dem eigenen Geschäftsprinzip.
5. Es ist möglich, bestimmte Betriebssparten zu isolieren und auf Smart-Factory umzustellen.
6. Die Art der Produkte resp. Marktsegmente, die Druckereien jeweils fertigen resp. adressieren, spielen vordergründig keine Rolle.
7. Entscheidend ist, im Vorfeld gründlich zu evaluieren, was für die jeweilige Druckerei am Sinnvollsten und damit zielführend ist.
8. Die Vorgehensweise bei der Implementierung von Smart-Factory-Lösungen muss immer agil sein und iterativ gestaltet werden.
9 Dabei ergeben sich 10 Bausteine resp. Handlungsfelder (siehe Grafik 1)
• Funktionierende Technikangebote zur Realisierung der Smart Factory sind durch eine Vielzahl von Anbietern aus dem Hardware-, Software- wie auch Cloud-Bereich vorhanden. Dazu zählen etablierte Druckmaschinen-Hersteller (Offset- wie auch Digitaldruck) ebenso wie Neulinge, Start-ups und Plattform-Spezialisten.
• Digitaldruck bietet durch die Nutzung variabler Daten bei Smart Factory die besten Aussichten, da dann dem Prinzip der Mass-Customization Folge geleistet werden kann.
10. In jedem Fall ändert und optimiert sich die Wertschöpfung durch Print 4.0 (siehe Grafik 2)
11. Durch die Print 4.0-Konzeption ergeben sich folgende Chancen zur Neugestaltung der Wertschöpfung im Sinne einer Wertschöpfungskette 4.0
• Die Druckunternehmen 4.0 erkennen, dass ihre Fähigkeit, einen Wettbewerbsvorteil ständig neu zu erfinden, weniger von ihren internen Fähigkeiten abhängt als von ihrer Fähigkeit, Netzwerke von Geschäftspartnern zu erreichen.
• Ein isoliertes Druckerei-Geschäft wird virtuellen Geschäftsnetzwerken weichen.
• Dezentrale, digitalisierte, aber auch autonome Druckunternehmen 4.0 der Zukunft werden sich mit Unternehmen anderer Branchen, häufig aus dem Hightech-Sektor, zusammenschließen und so ihre Schlüsselkompetenzen vereinen.
In Summe: Print 4.0 bietet die Chance für Druckunternehmen, ihre Organisation und ihr Geschäftsmodell neu zu definieren.
Jacques Michels und die INKISH-Kollegen werden das Thema weiter verfolgen. Geplant ist für Mitte November 2020 durch eine Learn-with-us-Webinar-Reihe, die Smart Factory-Konzepte speziell auf Anforderungen in Nordamerika als größtem Print-Markt der Welt zu präsentieren und diskutieren. Daraus werden weitere Impulse gesetzt und neue Erkenntnisse gesammelt.
Hinweis: In jedem Fall lohnt es sich, per Replay auf INKISH.TV die bisherigen Webinar-Sessions anzuschauen.
Grafiken | Credits: INKISH #SmartFactory
Grafik 1: Die 10 Bausteine von Print 4.0
Grafik 2: Auswirkungen von 4.0 auf die Wertschöpfung von Druckereien
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